CDU entsetzt über Aussagen von Kretschmann im Podcast des Mannheimer Morgen

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Keine Bekenntnisse des Ministerpräsidenten zu den dringend notwendigen Neubaumaßnahmen am Mannheimer Universitätsklinikum und zur Fusion der Unikliniken Heidelberg/Mannheim

Der Fraktionsvorsitzende Claudius Kranz war geradezu entsetzt, als er den Podcast des Chefredakteurs des Mannheimer Morgen, Karsten Kammholz, mit Winfried Kretschmann hörte: „Nicht nur, dass er weder ein Bekenntnis für die Fusion der Universitätskliniken Heidelberg/Mannheim abgab, er stellt sogar bereits gemachte Zusagen zum dringend benötigten Neubau des Mannheimer Klinikums in Frage.“

Kretschmann setzt allein auf einen Verbund der vier Universitätskliniken des Landes (Freiburg, Tübingen, Ulm und Heidelberg). Das Universitätsklinikum Mannheim in Trägerschaft der Stadt, das vom Land seit Jahren vernachlässigt wird, findet in den Zukunftsideen des Ministerpräsidenten kaum statt. Auch die Fusion der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg hält er für kritisch. Kretschmann wörtlich: “diese mögliche Fusion zwischen Heidelberg und Mannheim…das müssen wir uns noch genauer anschauen…das ist ja nur aus der Not geboren, weil das Klinikum Mannheim defizitär gearbeitet hat. Aber das kann ja noch kein Grund sein, so etwas zu machen, nur damit der OB von Mannheim seine finanziellen Sorgen los ist. Es muss einen echten Mehrwert bringen und in diese Hochschulkooperation passen…. Es darf aber mein Projekt eines allgemeinen Verbundes der  Universitätskliniken nicht querlaufen. Es muss da reinpassen und so muss es auch designed und geschneidert werden.“

Nach den bisherigen Aussagen von Wissenschaftsministerin Bauer und OB Dr. Kurz gab es bereits klare Bekenntnisse zum dringend notwendigen Neubau im Universitätsklinikum Mannheim. Doch die Antwort des Ministerpräsidenten im MM Interview hierzu ist mehr als ernüchternd: “Teuer!…… Also da muss ich mich noch bedeckt halten.“

„Die Aussagen Kretschmann zeigen, dass weder die Grüne Mannheimer Landtagsabgeordnete, noch die Grüne Heidelberger Wissenschaftsministerin Bauer Einfluss auf den Ministerpräsidenten haben. Noch schlimmer ist es, dass der Oberbürgermeister der zweitgrößten Stadt in Baden-Württemberg offensichtlich keinerlei Zugang zum Ministerpräsident hat. Auch der eigens beim OB-Dezernat angesiedelte „Stuttgart-Beauftragte“, der auch die Geschäftsstelle „Weiterentwicklung Universitätsmedizin Mannheim“ leitet, hat aufgrund der Aussagen des Ministerpräsidenten wohl überhaupt nichts in Stuttgart erreicht“, ist Kranz insbesondere über den Oberbürgermeister verärgert.

Dies ist ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeitenden des Mannheimer Uniklinikums.

Claudius Kranz

„Kretschmanns Aussagen zeigen aber auch schlicht und ergreifend, dass der Ministerpräsident nicht verstanden hat worum es geht. Dies ist ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeitenden des Mannheimer Uniklinikums. Aber auch für alle, die sich seit Jahren auf den Weg machen, die Metropolregion Rhein-Neckar zu einem internationalen Spitzenzentrum der Medizin, Lebenswissenschaften und Medizintechnik zu gestalten,“ ist Fraktionschef Kranz über die Aussagen Kretschmanns entsetzt. Die Rhein-Neckar-Region verfügt über zwei Universitätskliniken in Heidelberg und Mannheim mit jeweils einer medizinischen Fakultät, sowie führenden nationalen und internationalen Forschungszentren – dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem European Molecular Biology Laboratory (EMBL), dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung (MPI-mF) und dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) – über ein einzigartiges Forschungs- und Entwicklungsnetzwerk in Medizin, Lebenswissenschaften und Medizintechnik. Diese Einrichtungen sind eingebunden in ein potentes wirtschaftliches Umfeld, das aus international agierenden Großunternehmen wie BASF, Merck, Sanofi, Abbvie und Roche ebenso wie aus einem dichten Bestand an mehr als 400 kleinen und mittleren Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft besteht. Die Stadt Mannheim geht auch hier mit dem Bau des „Mannheim Medical Technology Campus – MMT-Campus“ in unmittelbarer Nähe des Klinikums in Vorleistung.  Durch den Verbund der beiden Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg könnte in der Metropolregion eine für Deutschland einzigartige Health & Life Science Alliance mit Strahlkraft nach ganz Europa entstehen. Es wäre die große Chance tausende Arbeitsplätze dauerhaft zu sichern und viele neue zu schaffen.

Kranz fordert den Ministerpräsidenten abschließend auf, seine Haltung zum Zukunftsprojekt Heidelberg Mannheim Health & Life Science Alliance mit dem tausende Arbeitsplätze verbunden sind, zu ändern. Gleichzeitig fordert er den Oberbürgermeister und alle Abgeordneten der Region auf beim Ministerpräsidenten für dieses Projekt mit Neubau am Klinikum Mannheim und der Fusion der Universitätskliniken Mannheim-Heidelberg zu kämpfen.